Digital Ideation: «Das Beste aus zwei Welten»

Beim Studiengang Digital Ideation prallen kreatives Chaos und die strikte Welt von Nullen und Einsen aufeinander. Was aus der Kombination von Design und Informatik entstehen kann, zeigen das Computerspiel «Cubico» und zwei weitere Abschlussarbeiten von Studentinnen und Studenten.

Michael Schürmann und Simon Hischier geben uns die Kugel – natürlich nur im übertragenen Sinne: In ihrem Computerspiel «Cubico» lassen die beiden Digital Ideation-Studenten Spielerinnen und Spieler eine farbige Kugel durch eine abstrakte Welt manövrieren (siehe Video oben). «Cubico» zeigt, worum es im Kern des interdisziplinären Studiums Digital Ideation geht: freie Designprozesse treffen auf die regelhafte Programmierwelt und gehen eine fruchtbare Symbiose ein.

«Sowohl Design wie auch Programmieren sind in der Wirtschaft gefragte Fähigkeiten», sagt Studiengangsleiter Andres Wanner. «Unsere Studierenden vereinen das Beste aus diesen beiden Welten.» Informatikerinnen und Informatiker lernen somit im Studium, Designmethoden zu berücksichtigen, um nutzerfreundlichere technische Anwendungen zu kreieren. Designerinnen und Künstler wiederum eignen sich technische Fähigkeiten an, um in ihrer Arbeit digitale Mittel einzusetzen.

Die ersten Absolventinnen und Absolventen

Für Schürmann, Hischier und 12 weitere Absolventinnen und Absolventen von Digital Ideation endet dieser Tage ein langer Weg. Sie waren die ersten, die 2016 das Studium angetreten haben, nun erhalten sie ihre Bachelor-Diplome. Die drei hier beschriebenen Abschlussarbeiten – das eingangs erwähnte Computerspiel «Cubico», die Kunstinstallation «Bytes and Bias» und die App «Taask» – zeigen exemplarisch die Breite des Studiengangs auf.



«Bytes and Bias»: Über Sexismus und Künstliche Intelligenz

Kann Künstliche Intelligenz (KI) sexistisch sein? Diese Frage steht im Zentrum der Abschlussarbeit von Regula Perschak. In ihrer Installation lässt sie Googles Bilderkennungs-KI «Cloud Vision» mittels Kamera bei den Betrachtern nach vermeintlich typisch weiblichen oder männlichen Attributen suchen.

Digital Ideation: Regula Perschak mit ihrer Bytes-and-Bias-Installation.
Regula Perschak mit ihrer Bytes-and-Bias-Installation.
Digital Ideation: Für Bytes and Bias testet Regula Perschak eine Bilderkennungs-KI auf Geschlechterstereotypen.
Für Bytes and Bias testet Regula Perschak eine Bilderkennungs-KI auf Geschlechterstereotypen.
Digital Ideation: Ausschnitt aus Regula Perschaks Bytes-and-Bias-Installation.
Ausschnitt aus Regula Perschaks Bytes-and-Bias-Installation.

«Die KI als solche ist natürlich nicht sexistisch», betont die Absolventin. «Aber um zu lernen, was ‘männlich’ oder ‘weiblich’ ist, nutzt sie Bilddatenbanken, die Menschen erstellt und verschlagwortet haben – und greift so die darin enthaltenen Geschlechterstereotypen auf.» Die KI kategorisiert etwa eine Frau mit Kapuzenpulli als Mann; tragen sie langes Haar, werden Männer hingegen häufiger als weiblich eingestuft. Perschak: «Wenn wir nicht vorsichtig sind, reproduzieren wir mittels digitaler Technologien Vorurteile und soziale Hierarchien aus der Offline-Welt.»

Nach dem Abschluss möchte Perschak ihre Fähigkeiten am KASK-Konservatorium in Gent, Belgien, im Bereich Medienkunst vertiefen.



App «Taask»: So haben Studierende ihre Termine und Stundenpläne im Griff

Valentin Berger und David Gabathuler haben eine Smartphone-App entwickelt, die helfen soll, den Alltag von Studierenden zu managen. «Taask», so der Name des Programms, kombiniert Kalender, To-Dos und Stundenpläne in einer einzigen Anwendung. «Studentinnen und Studenten können sich dadurch einfacher organisieren und untereinander austauschen als bisher», sagt Valentin Berger.

Die App Taaks soll Studierenden das Leben erleichtern.
Die App «Taask» soll Studierenden das Leben erleichtern.

Das Programm basiert auf der neuen «Progressive Web App»-Technologie (PWA), dank der eine Website genau wie eine App auch ohne Internetverbindung funktioniert. «Taask muss entsprechend nicht auf jedem neuen Gerät extra installiert werden und verbraucht nur ein sehr geringes Datenvolumen», erläutert David Gabathuler.

Bislang sind die Funktionen von Taask auf die Bedürfnisse von Studierenden des Bachelor Digital Ideation ausgelegt. Gabathuler und Berger planen jedoch, die App nach dem Abschluss weiter zu entwickeln, damit auch Studentinnen und Studenten anderer Studiengänge ihr Selbstmanagement mit der App verbessern können.

Digital Ideation – die ersten Abschlüsse

Die Departemente Informatik und Design & Kunst der Hochschule Luzern lancierten 2016 das interdisziplinäre Studium Digital Ideation. Studierende entscheiden sich für den Fokus Informatik oder den Fokus Design und vertiefen entweder ihre technischen oder ihre gestalterisch-künstlerischen Fähigkeiten. Tätigkeitsfelder nach dem Studium sind unter anderem die Game- und die Kommunikationsbranche sowie Innovationsabteilungen in Versicherungen, Pharmaunternehmen oder öffentlichen Institutionen. Die Abschlussarbeiten der ersten Absolventinnen und Absolventen sind bis 30. Juni an der Werkschau Design & Kunst in der Messe Luzern zu sehen; das Spiel «Cubico» kann zudem am 14. September anlässlich der Eröffnung des neuen Campus Zug-Rotkreuz gespielt werden.

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