Stammgäste an den Filmfestivals

Von Locarno über Winterthur bis Toronto: Abschlussfilme der Hochschule Luzern laufen regelmässig an renommierten Filmfestivals. An zwei Festivals gab es jüngst sogar einen Preis.

Dejan Barac mit dem Preis für den besten Schweizer Kurzfilm in der Kategorie «Pardi di domani» (Nachwuchsfilm). Bild: Locarno Film Festival/Marco Abram
Dejan Barac mit dem Preis für den besten Schweizer Kurzfilm in der Kategorie «Pardi di domani» (Nachwuchsfilm). Bild: Locarno Film Festival/Marco Abram

Eignet sich das triste Leben der eigenen Mutter als Filmstoff? Nimmt man das kürzlich zu Ende gegangene Locarno Film Festival als Gradmesser, lautet die Antwort eindeutig ja: Mit «Mama Rosa» setzte sich der Abschlussfilm von Dejan Barac, Absolvent des Bachelor Video, gegen die Konkurrenz durch. In der Kategorie «Pardi di domani» (Nachwuchsfilm) wurde der Dokumentationsfilm mit einem «Pardino d’oro» für den besten Schweizer Kurzfilm prämiert.

«Mama Rosa» stellt die Mutter des Filmemachers ins Zentrum: Die Kroatin Rosa lebt mit ihrem pflegebedürftigen Mann in der Schweiz, kümmert sich um alles. Ihre erwachsenen Kinder wollen ausziehen, um der Tristesse zu entfliehen. In dunklen Farben gehaltene, fast klaustrophobische Einstellungen unterstreichen die Enge von Mama Rosas Lebenswelt.

Dejan Barac zeigt seine Mutter dennoch nicht als Opfer. Vielmehr versteht der Krienser «Mama Rosa» als Hommage an sie und ihre Leistungen «Sie ist unglaublich stolz auf mich, das freut mich an der Auszeichnung am meisten», sagt Barac. Ohne die Unterstützung seiner Dozierenden wäre ihm der Erfolg nicht vergönnt gewesen, fügt er bei. Die Auszeichnung sieht er als Ermutigung, die Karriere als Dokumentarfilmer weiterzuverfolgen.

Ausschnitt aus Mama Rosa von Dejan Barac
Ausschnitt aus Mama Rosa von Dejan Barac
Der Film kreist um die titelgebende Mama Rosa, die Mutter des Filmemachers.
Der Film kreist um die titelgebende Mama Rosa, die Mutter des Filmemachers.
Lasse Linders Nachts sind alle Katzen grau wurde von der Jugendjury lobend erwähnt.
Lasse Linders Nachts sind alle Katzen grau wurde von der Jugendjury lobend erwähnt.
Ebenfalls nominiert war der Zeichentrickfilm Das Leben ist eines der Leichtesten von Marion Nyffenegger.
Ebenfalls nominiert war der Zeichentrickfilm Das Leben ist eines der Leichtesten von Marion Nyffenegger.

Neben «Mama Rosa» liefen zwei weitere Abschlussfilme der Hochschule Luzern in Locarno; auch sie waren in der Kategorie «Pardi di domani» nominiert:

«Das Leben ist eines der Leichtesten» von Marion Nyffenegger, Bachelor Animation 2019

Der siebenminütige Zeichentrickfilm «Das Leben ist eines der Leichtesten» ist eine Collage von fünf in der Schweiz lebenden Menschen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Kulturen. Marion Nyffeneggers von Hand gezeichnetes Werk kreist insbesondere um die Themen Sicherheit und Entwurzelung.

«Nachts sind alle Katzen grau» von Lasse Linder, Bachelor Video 2019

Christian lebt mit seinen geliebten Katzen Marmelade und Katjuscha zusammen. Da er unbedingt Vater werden möchte, lässt er Marmelade von einem exklusiven Kater im Ausland befruchten… In stillen Bildern zeigt der 18-minütige Dokumentarfilm die Herausforderungen des angehenden «Vaters» und das Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit von Mensch und Tier.

«Nachts sind alle Katzen grau» wurde von der Jugendjury des Locarno Film Festival lobend erwähnt. Der Film hat zudem den Sprung über den grossen Teich geschafft: Am 7. und 13. September lief er am TIFF Toronto International Film Festival in Kanada, wo er den «IWC Short Cuts Award for Best Short Film» gewann. Der Preis ist mit 10’000 Dollar dotiert.

Filmische Experimente in Winterthur

Das gute Abschneiden der Absolventenfilme belegt für Edith Flückiger, Leiterin des Bachelor Video, die Stärke des Filmschaffens an der Hochschule Luzern: «Mit Talent, Durchhaltewillen und einer guten Ausbildung als Fundament bestehen unsere Studierenden in nationalen wie in internationalen Wettbewerben», sagt sie.

Und das Festival-Jahr ist noch lange nicht vorbei: Vom 3. bis 8. September laufen am Animations-Festival Fantoche in Baden zwei Abschlussfilme des Bachelor Animation. Im Oktober wartet zudem ein ganz besonderes Experiment auf die Film-Studierenden der Hochschule Luzern: Für die Reihe «5x5x5» der Winterthurer Kurzfilmtage (5. bis 10. November) realisieren 15 von ihnen gemeinsam mit fünf Filmemacherinnen und -machern aus Afrika in fünf Wochen fünf Kurzfilme.

Autor: Martin Zimmermann
Bild: Locarno Film Festival/Marco Abram
Screenshots Filme: zvg

Das Filmstudium an der Hochschule Luzern

Das Departement Design & Kunst der Hochschule Luzern bietet zwei dreijährige Bachelor-Ausbildungen im Film an:

Im Bachelor Video lernen die Studierenden technische, dramaturgische sowie theoretische Grundlagen des Films kennen und vertiefen sich in den Feldern Regie, Kamera, Ton oder Montage. Im Zentrum stehen die Genres Dokumentarfilm und Video-Essay.

Im Bachelor Animation lernen die Studierenden, Animationsfilme – ob von Hand gezeichnet, per Stop-Motion erzählt oder am Computer animiert – zu realisieren. Das Studium fokussiert auf die technischen und erzählerischen Aspekte des Animationsfilms.

Absolventinnen und Absolventen der beiden Bachelor-Ausbildungen erweitern ihre Fähigkeiten in Storytelling oder Animation anschliessend im Master Film. Die Ausbildung dauert vier Semester.

Die Film-Dozierenden und -Studierenden präsentieren sich an den Info-Tagen Design & Kunst (29./30. November 2019). Die Info-Tage finden 2019 erstmals am erweiterten Standort 745 Viscosistadt statt. Seit dem Umzug im Sommer 2019 sind alle Studienrichtungen, Werkstätten, Studios und Labore des Departements an einem Ort vereint.

Interessiert?

Erfahren Sie mehr über die Studienangebote von Design & Kunst an der Hochschule Luzern.

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